Rotpunktverlag

Das Rotpunkt-Programm ist in über vierzig Jahren Verlagsgeschichte aus einem politischen Engagement heraus organisch gewachsen.

Das Sachbuch wirft einen engagierten Blick auf aktuelle Zeitfragen und globale Zusammenhänge und spannt dabei den Bogen von der Schweiz in die Welt. Die Herzensthemen reichen von sozialer Gerechtigkeit über Ökologie bis hin zur internationalen Politik – mit bunten Abstechern in die Alltagskultur.

Unsere Reise- und Wanderführer sind nicht nur schön gestaltete Begleiter mit Anspruch für Ausflüge in die Berge und ans Wasser, sondern fördern auch den nachhaltigen Tourismus. Über die Jahre sind einige von ihnen zu wahren Klassikern unter den Wanderführern im Alpenraum geworden, etwa die Bücher zum Valle Maira im Piemont oder zur Grande Traversata delle Alpi.

Die Edition Blau schließlich steht für Entdeckungen der Gegenwartsliteratur aller Schweizer Landesprachen und holt vergessene literarische Perlen durch Neuübersetzungen wieder ans Tageslicht, zuletzt mit Büchern u.a. von Leta Semadeni, Yael Inokai, Lisa Elsässer, Pascale Kramer, Paolo Cognetti, S. Corinna Bille, Romain Gary und Cesare Pavese.

Ein sechsköpfiges Team in Zürich bringt jährlich rund 25 Bücher auf die Welt. 2019 wurde Rotpunkt – zum zweiten Mal nach 2011! – vom Schweizer Buchhandel zum Verlag des Jahres gekürt.

Adress
Rotpunktverlag Hohlstraße 86A CH-8004 Zürich
Contact mail
info@rotpunktverlag.ch
Sociology of morality

Die Fallen des Multikulturalismus

Laizität und Menschenrechte in einer vielfältigen Gesellschaft

Par

Cinzia Sciuto

Die Gesellschaften Europas, in denen wir heute leben, werden zunehmend komplex. Ethnische, religiöse und kulturelle Konflikte durchziehen sie und machen eine Suche nach neuen Entwürfen des Zusammenlebens erforderlich. Will eine Gesellschaft kulturelle Vielfalt und Persönlichkeitsrechte unter einen Hut bringen, das zeigt Cinzia Sciuto in ihrem Buch, muss sie zwischen Staat und Religion unterscheiden. Sie muss laizistisch sein. Laizität ermöglicht den diversen Spielarten von Religionen und Weltsichten erst, in einer pluralistischen Gesellschaft nebeneinander zu existieren. Sie garantiert auf der einen Seite die Religionsfreiheit, gleichzeitig legt sie jedoch Prinzipien fest, von denen nicht abgewichen werden darf, auch nicht im Namen irgendeiner Gottheit. Laizität ist die vorpolitische Voraussetzung für ein ziviles Zusammenleben in einer komplexen Gesellschaft, in dem die Freiheiten und Menschenrechte von allen respektiert werden. Dieser politische Essay in der Art wie die von Carolin Emcke oder Hamed Abdel-Samad zeigt die problematische Kehrseite des Multikulturalismus. Wo Anerkennung und Respekt für die Identitäten der diversen ethnischen, religiösen und kulturellen Bestandteile einer Gesellschaft eingefordert werden, läuft man Gefahr zu vergessen, dass jeder Einzelne Träger seiner subjektiven Rechte ist und keine Gruppenzugehörigkeit diese ihm streitig machen kann. Cinzia Sciuto stellt die Prioritäten wieder auf die Füße: Das Individuum ist Träger von Identitäten und Zugehörigkeiten, anstatt dass es von seiner Zugehörigkeit definiert wird.

Année de parution
2020
ISBN
Rotpunktverlag
Urban sociology

Die neue Krise der Städte

Zur Wohnungsfrage im 21. Jahrhundert

Par

Ernst Hubeli

Das Wohnen ist heute in mehrfacher Hinsicht zum Problemfall geworden. Das veranschaulicht der Architekt und Stadtplaner Ernst Hubeli in dieser pointierten Streitschrift, die die Wohnungsfrage, schon von Friedrich Engels gestellt, für das 21. Jahrhundert neu verhandelt. Ein Problemfall ist das Wohnen in architektonischer Hinsicht: Die Vielfalt unserer Lebensentwürfe passt längst nicht mehr in den Einheitsbrei von 3-Zimmer/Küche/Bad. Vor allem aber hat der Gebrauch beziehungsweise Verbrauch von Boden in den letzten zwanzig Jahren eine soziale und ökonomische Krise der Städte ausgelöst und deren Peripherien veröden lassen. In ganz Europa kauft das Großkapital Immobilien als Spekulationsobjekte auf. In Städten wie München oder Zürich, Stuttgart oder Berlin ist der Wohnungsmarkt zu einem Glücksspiel geworden, bei dem man froh sein kann, wenn am Ende ein Trostpreis winkt. Wien hat einiges besser, aber auch nicht alles richtig gemacht. Und in den USA hat der Traum vom Eigenheim auf Pump eine Schuldenkrise ausgelöst, die das globale Finanzsystem an den Kollaps geführt hat. Doch das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht, für das es zu kämpfen gilt, denn es steht mehr auf dem Spiel als nur die eigenen vier Wände. In zehn griffigen Thesen beleuchtet Ernst Hubeli den Zusammenhang zwischen Wohnen und Gesellschaft, privatem und öffentlichem Raum, Urbanität und Demokratie und zeigt anhand des aktuellen Beispiels Berlin, wie eine Stadtgesellschaft ein Grundrecht auf eindrückliche Weise zurückfordern kann.

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2020
ISBN
Rotpunktverlag
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